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Eingleisige Kreisliga ist die gerechteste Lösung

WP/WR-Lokalausgabe vom 15. Juli 2009, Jan Reinold:
Kreis Olpe. Von „Massen-Abstieg”, „explodierenden Kosten” und „existentieller Gefahren” für die Vereine war die Rede bei der Einführung der eingleisigen A- und B-Kreisliga.

Vor allem der SSV Elspe gilt als Kritiker der Einführung der Kreisliga eingleisigen B (siehe Bericht auf Lokalsportseite 1).

Hauptargument für die Einführung der Reform waren das höhere sportliche Niveau der eingleisigen A- und B-Liga sowie  die Abschaffung der seit 2007 zwangsweise wieder eingeführten Entscheidungsspiele der Meister der  Kreisligen A1 und A2 um den Bezirksliga-Aufstieg.  Ein Meister guckte in die Röhre.

Mittlerweile sind die neuen A- und B-Ligen eingeteilt und die Vereine haben die Vorbereitung auf die am 9. August startende Saison aufgenommen. Zeit, sich einmal bei einigen Kreisligisten umzuhören und mit ihnen über die Auswirkungen der Reform zu sprechen.

BW Oberveischede: Die Oberveischeder belegten den letzten Tabellenplatz der Kreisliga A2 und wurden in die Kreisliga C „durchgereicht”. „Für uns hat sich nur eines geändert, nämlich dass anstelle eines B jetzt ein C dort steht”, sah Vorsitzender Klaus Nöcker den „doppelten Abstieg” gelassen. „C-Kreisliga hört sich nicht ganz so gut an wie B-Kreisliga, aber wir sind darüber hinweg und wollen in der C-Liga neu anfangen”.

Geändert hat sich rund ums „Kapellchen” dennoch einiges  -  notgedrungen.  Die 2. Mannschaft wurde aufgelöst und auch die meisten auswärtigen Spieler haben dem Verein nach dem Abstieg den Rücken gekehrt.

„Uns war von Vorneherein klar, dass es für uns schwierig wird, auswärtige Spieler in die C-Kreisliga zu holen”, erläuterte Nöcker die Situation. „Wir sind froh, dass sich fast alle Oberveischeder für den Neuaufbau zur Verfügung gestellt haben. Insbesondere freut es uns, dass uns Dennis Tump und Marco König die Treue halten. Denn das war aufgrund des Abstiegs nicht selbstverständlich.” 

Nöcker machte deutlich, dass durch die Reform und den Abstieg auch „vieles einfacher geworden” sei.  „Wir haben momentan eine relativ stressfreie Zeit, viel stressfreier als in den Jahren zuvor, in denen wir auswärtige Spieler geholt haben, dadurch eine finanziell größere Belastung hatten und auch eine ganz andere Erwartungshaltung.

FSV Helden: Aus nachvollziehbaren Gründen sprechen sich die Heldener klar für die Reform aus. „Wir waren selbst schon einmal unterlegen in einem Aufstiegsspiel”, erinnerte FSV-Vorsitzender Martin Köper an das Verpassen des Bezirksligaaufstiegs 2007 in den Entscheidungsspielen gegen den Hützemerter SV. „Eine eingleisige Kreisliga A ist die gerechteste Lösung, damit der Meister auch in die Bezirksliga aufsteigt.”

Neben der gerechteren Aufstiegsregelung verspricht sich Köper auch mehr Ausgeglichenheit und mehr Spannung. „Wir haben schon in beiden A-Ligen gespielt und es war so, dass die Ligen immer zweigeteilt gewesen sind”, erinnerte Heldens Vorsitzender. „In der A1 waren es in der Regel drei bis vier Mannschaften, die oben mitgespielt haben, in der A2 sechs bis sieben. Dahinter gab es einen deutlichen Leistungsabfall. Das wird es nächstes Jahr wohl so nicht mehr geben.”

Die Befürchtungen mancher Vereine, dass die eingleisigen Kreisligen durch ausufernde Fahrtkosten und einbrechende Zuschauerzahlen zum „Massengrab” der Vereine werden könnte, kann Köper so nicht teilen. „Ich glaube nicht, dass an der Reform irgendwelche Vereine zugrunde gehen”, stellte er unmissverständlich klar. „Das liegt sicherlich an anderen Dingen.”

Allerdings geht der FSV-Vorsitzende davon aus, dass die Vereine verstärkt um Spieler konkurrieren werden. „Man macht die Erfahrung, dass die Spieler merken, dass in der Kreisliga A nun auch verstärkt Geld bezahlt wird”, hat Köper bereits in diesem Jahr beobachtet. „Die Spieler pokern jetzt auch ein bisschen mehr.”

SV Rahrbachtal: Auch die Rahrbachtaler sprechen sich grundsätzlich für die Reform aus. „Ich bin eigentlich zuversichtlich”, lautete das Fazit von Thomas Will, Rahrbachtals Vorsitzendem. Lediglich die Kommunikation seitens des Kreisverbandes sei „anfangs unglücklich gelaufen”, so Will weiter.

Ähnlich wie sein Heldener Amts-Kollege geht auch Will nicht von einschneidenden Veränderungen für die Vereine aus. „Ich glaube nicht, dass sich dramatisch viel ändert”, meinte der 49-Jährige. „Aber theoretisch müssten die eingleisigen Ligen besser werden, da dort die bestplatzierten Teams der Vorsaison spielen.”

Zwei Probleme hat Will allerdings ausgemacht. Zum einen ist dies die Namensgebung der neuen Liga. „Für viele Vereine ist es ein gefühlter Abstieg. Gerade für die Vereine, die sich jetzt in der C-Liga wiederfinden, ist es ganz schwer zu vermitteln”, erläutert der Klubchef.

Zum anderen spielt Will auf die weiteren Fahrten in den eingleisigen Ligen an. „Wir haben bisher ja auch schon immer das Glück gehabt, dass wir die Weltreisen unternehmen durften”, merkte er schmunzend an. „Aber gewisse Orte kenne ich nun gar nicht und müsste mit Navigation fahren.”



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